Um die 30 Zuhörer informierte Bürgermeister Helmut Steininger Ober aktuelle Maßnahmen im Städtebau und im Verkehrswesen. – Foto: Kaiser

„Es geht nicht alles gleichzeitig“

Bürgermeister diskutiert in „Landauer Gesprächen“ über Rad- und Gehwege

Landau. Wie kann man das Ge­hen und Radfahren in einer geo­grafisch schwierigen Altstadt ver­bessern? Diese Frage stellt sich die Stadt Landau schon seit Jahren. Und sie war auch in den „Landau­er Gesprächen“ wieder Thema. Zum dritten Mal hat die CSU Lan­dau am Mittwochabend zu dieser Veranstaltungsreihe eingeladen, Bürgermeister Helmut Steininger sprach im Herzogssaal des Kas­tenhofs über den Landauer Städ­tebau und die Verkehrssituation.

„Radfahren in Landau ist eine Katastrophe“, sagte Franz Meindl. Vorsitzender der Ortsgruppe Bund Naturschutz. „Ich verstehe nicht, warum die Stadt nicht inno­vativer wird.“ Man achte bei jeder Baumaßnahme auch auf Radfah­rer, so Steininger. Man solle kon­krete Vorschläge machen und nicht pauschal kritisieren. Für je­des neue Projekt brauche man viel Energie, personelle Power und finanzielle Ressourcen. „Man kann nicht alles gleichzeitig machen. Und das, was wir die letzten fünf Jahre gemacht haben, das war sehr viel.“

In der Stadt gebe es außerdem zu wenig Gehwege. fanden einige Zuhörer. „Landau macht viel für Autos, aber wenig über Fußgän­ger.“ Als Beispiel wurde die Hoch­straße genannt. Bürgermeister Helmut Steininger erklärte, es sei enorm schwierig, an den steilen Stellen einen Gehweg zu errich­ten. Außerdem arbeite man an den gefährlichen Stellen in der Stadt. Am Scharfen Eck wurde im Zuge der Sanierung der Unteren Stadt ein Gehweg errichtet. „Und jetzt sagen die Leute, man kann mit dem Auto nicht mehr richtig herum fahren.“

Es wirke immer so, als würde die Stadt nichts machen. Deshalb stellte Helmut Steininger die Pro­jekte vor, die in den vergangenen Jahren realisiert wurden und aktuell geplant werden.

Untere Stadt

In der Unteren Stadt ist an der mittleren Hauptstraße ein Geh­weg entstanden. Auch die Alte Umgehungsstraße wurde neu ge­staltet. Am Unteren Stadtplatz sieht man bereits erste Ergebnisse der Sanierung, im nächsten Jahr wird der restliche Bereich Rich­tung Steinfelsstraße gemacht.
Auf der Tagesordnung stehe außerdem der Postplatz. Auf­grund personeller und finanziel­ler Kapazitäten könne die Stadt das Grundstück noch nicht erwer­ben. Geplant ist aber, den Bereich neu anzulegen. „Man wünschte sich, das könnte man gleich an­greifen“, sagte Steininger. Außer­dem sind weitere Parkplätze ent­standen und in Zukunft soll eine Umwelt- und Radstation nach Landau geholt werden. Ein neuer Strand zur Naherholung wird an der Alten Umgehungsstraße ent­stehen.

Obere Stadt

Die Obere Stadt stand die ver­gangenen Jahre nicht so im Fokus, sagte Steininger. Passiert ist aber trotzdem einiges: Friedhofsweg und -parkplatz wurden erneuert, der Mehrgenerationenpark ist entstanden und am Oberen Stadt­platz hat man die Parkplätze nach vorne versetzt. Geplant sind eine Stadtpark-Erweiterung und die Sanierung vom Aufgang zum Ma­rienplatz, der Frammeringer Stra­ße und der Ludwigstraße.

Stadtteil links der Isar

Die große Maßnahme im Stadtteil links der Isar war die Straubin­ger Straße. Der erste Bauabschnitt ist jetzt abgeschlossen. Auch die Bahnunterführung in der Strau­binger Straße war Thema. Man habe eine Studie machen lassen, die Möglichkeit einer Bahnunter­führung sei realistisch. Die Stadt habe dafür schon vor Jahren die Flächen entlang der Bahnlinie ge­kauft, viele Verhandlungen ste­hen noch aus. Die Kosten werden sich bestimmt auf 25 Millionen Euro belaufen, so Steininger.

Radwegekonzept

In Zukunft sind vier neue Rad­wege geplant. Einer zwischen Landau und Ganacker. einer zwi­schen Landau und Harburg, ein Radweg zwischen Zeholfing und Kleegarten und einer zwischen Reichersdorf und Aufhausen. Auf dem Schirm hat die Stadt auch den Vilstalradweg Meuenhausen. Dieser ist in einem relativ schlech­ten Zustand. Aber die Maßnahme koste viel Geld und sei umlage­pflichtig. Deshalb müsse man erst eine Versammlung mit den be­troffenen Landwirten abhalten. Der Landkreis soll jetzt außerdem fahrradfreundlich werden, des­halb muss eine Liste an Maßnah­men erfüllt werden. „Es ist wich­tig, die nächsten Jahre dafür zu arbeiten.“

Umliegende Dörfer

Auch in den umliegenden Dör­fern wurde gearbeitet. Steininger zählte als Beispiele die Schanz­straße in Oberframmering auf so­wie Ziegelweg und Frühlingstraße in Möding. Im nächsten Jahr soll die Dorferneuerung der Ortsmitte Zeholfing starten. „Bis es soweit ist, braucht es immer langen Vor­lauf, aber jetzt ist es soweit“, sagte Steininger. Mit 1,5 Millionen Euro Investitionsaufwand wird der Ortskern saniert und die Straße verlegt. Im Winter beginnen die Ausschreibungen.

Verkehrsanbindung

Auch die überregionale Ver­kehrsanbindung wurde verbes­sert. Eine Direktabfahrtsrampe von der Autobahn nach Landau wurde gebaut, außerdem hat man den Knoten DGF 3/B 20 bekom­men. Auch die B20-Auffahrt in Mettenhausen hat man umge­setzt und zuletzt die Beschleuni­gungsspur Landau-Süd. Neu ge­macht wurden Linksabbiegespu­ren von der DGF3 zum Gewerbe­gebiet und in die Kühgasse. Eine Maßnahme fehle noch, so Stein­inger: die bessere Anbindung zwi­schen B20 und Alter Umgehungs­straße. Das Staatliche Bauamt Landshut arbeite derzeit an Lösungen. „Wenn das läuft, können wir sehr zufrieden sein.“

Landau wird auf kurz oder lang außerdem einen zweiten Stadtbus bekommen. „Da werden wir nicht umhin kommen“, sagte der Bür­germeister. Dieser soll die Sied­lungsgebiete der Stadt bedienen, wie genau, wird erst ausgearbei­tet.

Text und Foto: LNP/Teresa Kaiser vom 29. November 2019