Stadt denkt über Kindergartenneubau nach

Darüber informierte Bürgermeister Helmut Steininger in einem Vortrag- Geplanter Standort ist Grundstück im Wiesenweg

Landau. Die Stadt Landau be­schäftigt sich derzeit mit einem möglichen Bau eines Kindergar­tens. Darüber informierte Bürgermeister Helmut Steininger die Bürger am Mittwochabend im vierten und letzten Teil seiner Vortragsreihe „Landauer Gesprä­che“, dieses Mal zum Thema „Fa­milie und Soziales“ Hintergrund sind die seit Jah­ren steigenden Einwohnerzahlen der Stadt. „Im Moment kommen wir noch zurecht“, sagte Steinin­ger in Bezug auf die Kindergarten-­ und Krippenplätze. Entwickelt sich aber die Bevölkerung weiter­hin so nach oben, komme man an einem Neubau wohl nicht vorbei.

„Damit werden wir uns beschäfti­gen müssen“, sagte der Bürgermeister. Geplanter Standort sei ein 2300 Quadratmeter großes Grundstück im Wiesenweg, gegenüber der Firma Dräxlmaier. Das Grundstück sei bereits für ein solches Projekt reserviert.

Aktuell 347 Kindergarten­- und 127 Krippenplätze

Aktuell gibt es im Stadtgebiet fünf Kindertageseinrichtungen, dazu den Kindergarten in Aufhau­sen, das zu Eichendorf gehört, aber nach einer Vereinbarung zwischen der Stadt und der Marktgemeinde auch von Lan­dauer Kindern besucht werden darf. Insgesamt könne man 347 Kindergartenplätze und 127 Krippenplätze stellen, so Steininger. Bereits angedacht sei eine Erwei­terung des Kindergartens St. Mar­tin in Niederhöcking. In der Nähe des Waldstücks im Süden soll ein Bauwagen aufgestellt werden, da­durch könnten bis zu 18 Kinder im Außenbereich betreut werden. Der Kindergarten Maria Ward brauche eine Mensa.

Wegen des Bevölkerungszu­wachses steige auch der Bedarf an Wohnraum, so der Bürgermeister. Aktuell gebe es 263 bebaubare Parzellen in 15 Wohnbaugebieten in Landau (Eiselwörth I und II, Weidenstraße, Weindlschwaige und Katzenberg), Fichtheim (Wimberger Wiese II und Dorfmit­te), Thalham (Nußbaumstraße und Bachleite), Reichersdorf (Thambacher Straße), Wildthurn (Quellenstraße), Kammern (Kam­mern-Ost), Oberhöcking (Zum Frauenhölzl), Mettenhausen (An­dreasstraße), Möding (Lehmgru­benweg) und Zeholfing (Senfeld­anger).

„Die Nachfrage ist höher als das Angebot“, sagte Steininger. Des­halb müssen sich Interessierte bei der Stadt um Baugrund bewer­ben, dieser wird dann nach be­stimmten Kriterien vergeben, zum Beispiel ob die Bewerber Kinder haben. Besonders interes­siert sei man an jungen Familien. Schwierig werde es, wenn eine Großmutter für ihren 18-jährigen Enkel ein Grundstück auf Vorrat kaufen möchte. Solange Bauland so knapp ist, geht das nicht“, sagte Steininger.

Neben Baugrundstücken bietet die Stadt auch Wohnungen an. derzeit vermiete man 140 Woh­nungen in großen Gebäuden, da­zu gebe es diverse kleinere Wohn­anlagen. Auf der freien Fläche auf dem Postplatz soll ein Wohnhaus mit 35 Wohnungen entstehen, der Bau verzögen sich aber seit Jahren. Der Investor sei vor wenigen Tagen bei ihm gewesen und habe ihm mitgeteilt, dass er nun bald mit dem Bau beginnen werde, in­formierte Steininger. „Er hat sehr ernsthaft geklungen.“

Allgemein sei es schwierig, in Landau Bauland zu schaffen, so der Bürgermeister. Die Gründe dafür seien die B20, die DGF3 und die Bahnlinie als Lärmquel­len, die Naturschutzgebiete und das Überschwemmungsgebiet an der Isar. Kopfzerbrechen bereiten der Stadt auch Grundeigentümer, die nur zu hohen Preisen verkau­fen wollen. „Das behindert die Entwicklung der Stadt enorm“, sagte Steininger.

Ein Bürger fragte, ob die Stadt da nicht mehr Druck machen könne. Steininger verwies auf einen Stadtratsbeschluss unter Altbürgermeister Jürgen Stadler, wonach die Stadt nur noch Bau­gebiete ausweise, wenn sie min­destens die Hälfte der Grundflä­chen bekommt. „Bislang hatten wir das Gefühl, dass wir mit dieser Regelung gut fahren“, sagte Stein­inger. Der Stadtrat könne diesen Beschluss aber jeder.teil anpas­sen.

Auf diesem Grundstück im Wiesenweg könnte der neue Kindergarten entstehen.

Ein ewiges Thema: Auf dieser Fläche am Postplatz sollte eigentlich ein Wohnhaus entstehen, doch der Bau hat immer noch nicht begonnen.

Eventuell werde man auch ver­stärkt vom Instrument der Bau­landumlegung Gebrauch ma­chen, also Tauschverfahren. Die Stadt habe in den vergangenen Jahren bereits Ober 100 Hektar für Tauschgeschäfte gekauft, so Steininger. „Wir werden das jetzt stärker anziehen, weil wir sonst kein Bauland mehr ausweisen können.“

Auch bei den Schulen stehe ei­niges an. so der Bürgermeister. Die Regierung habe der Stadt heuer mitgeteilt, dass die Grund- und Mittelschule wegen der stei­genden Schülerzahlen im Idealfall etwa 1000 Quadratmeter mehr Platz bräuchte. Auch eine drille Turnhalle sei nötig. Die Fragen seien nun, wo man diesen Platz schaffe und ob die Maßnahmen finanziell machbar seien. Man müsse die Planung abwarten, so Steininger, kündigt aber gleich an: „Das wird ein Großprojekt und sicher viele Millionen Euro kosten. Ich bin aber zuversicht­lich, dass wir eine gute Lösung fin­den.“

Das denkmalgeschützte Kastenhaus in der Oberen Stadt müs­se saniert werden. Die Kreis­archäologie werde dort ein Depot einrichten… Eine schöne Ergän­zung für das Museum“, findet der Bürgermeister. Er könne sich auch vorstellen, im Gebäude Räu­me für die Musikschule bereitzustellen.

Abschließend ging Steininger auf die Themen Jugend und Se­nioren ein. Er höre immer wieder, dass der Jugendtreff im Bahnhofs­gebäude nicht sehr angesehen sei, doch auswärtige Experten seien herzlich begeistert gewesen, er­zählte der Bürgermeister. Die Stadt überlege. einen Jugendpfleger einzustellen, wie ihn bereits die Vilstalgemeinden Reisbach, Marklkofen und Frontenhausen haben. „Ich denke, dass auch wir in Landau einen haben sollten“, sagte Steininger. Der Jugendpfle­ger könne neben dem Jugendtreff auch die Jugendfreizeitanlage nutzen, die gerade zwischen Volksfestplatz und McDonald’s gebaut wird.

„Genügend Kapazitäten“ in den Seniorenheimen

Die beiden Seniorenheime in Landau seien gut ausgelastet. Es gebe Wartelisten, so der Bürger­meister, man habe aber „genü­gend Kapazitäten“. Im Heilig­geist-Bürgerspital sei eine Sanie­rung nötig, das Konzept stehe be­reits.

Der Bürgermeister sprach auch die Grundsatzdiskussion über kleinere Krankenhäuser wie das Landauer Donau-Isar-Klinikum an. „Wir sind der Meinung, dass wir uns gut aufgestellt haben“, sagte Steininger in Bezug auf den Häuserverbund mit Dingolfing und Deggendorf. Die Pneumolo­gie in Landau werde gut ange­nommen, die Zufriedenheit der Patienten steige.

Fünf Hausärzte gebe es derzeit in Landau. die meisten davon sind schon älter. „Ob das einmal ein Problem wird, bleibt abzuwarten“, sagte Steininger. Aus seiner Sicht sei es nicht so schwierig wie in kleineren Gemeinden, Hausärzte zu bekommen, außerdem seien dazu Förderprogramme ge­plant.
Eine Bürgerin fragte abschlie­ßend, woher die Stadt denn das ganze Geld für die geplanten Maßnahmen nehmen wolle. Steininger verwies auf die Steuer­einnahmen in den vergangenen Jahren. „Das kann sich natürlich ändern“, sagte der Bürgermeister. Eventuell müsse man dann be­stimmte Maßnahmen verschie­ben. „Wir werden den Haushalt vorsichtig aufstellen“, betonte Steininger.

Text und Fotos: LNP/Michael Kronawitter vom 13. Dezember 2019